Das RuderhausE-Mail: Raoul Fiebig
Zuletzt aktualisiert: 11.12.2005

Reisebericht


Marita und Uwe Oppermann
M/S "Splendour of the Seas", Royal Caribbean International
12. - 27.11.2005, Transatlantik


Autoren: Marita und Uwe Oppermann
Alter: 50/54
Beruf: Geschäftsführerin / EDV-Organisator
Anzahl Kreuzfahrten: 5
Norwegian Sun - Indian Summer - 2001, Brilliance OTS - westliche Karibik - 2002, Jewel OTS - Skandinavien/Baltikum - 2004, Zenith - südliche Karibik - 2005, Splendour OTS - Transatlantik - 2005

Für Fragen oder mehr Fotos: marita@oppermann-wuppertal.de, www.oppermann-wuppertal.de

Route: Transatlantik Westrichtung. Barcelona - Alicante - Malaga - Seetag - Teneriffa - 6 Seetage - Nassau, Bahamas - 2 Seetage - Galveston, Texas

 

(Um den Artikel nicht zu lang werden zu lassen, habe ich mich in manchen Abschnitten für eine knappere Aufzählungsform entschieden.)

 

Anreise: Mit Lufthansa von Düsseldorf nach Barcelona, total unproblematisch; Ankunft in Barcelona um 9.30, Begrüßung durch RCCL-Mitarbeiter am Ausgang und Entgegennahme der Koffer. Ca. 20 Minuten Wartezeit, bis eine weitere Maschine mit Mitreisenden ankam.

Mit ca. 8 Deutschen in einen Bus zu Amerikanern von einem anderen Ankunftsterminal gesetzt und wegen der frühen Ankunft eine kostenlose Stadtrundfahrt durch Barcelona von 1 ½ Stunden erhalten. Leider verregnet und keine Stops zum Fotografieren.

Allerdings waren auch an allen Attraktionen, trotz der frühen Stunden hoffnungslos lange Warteschlangen.

11.30 Uhr Ankunft im Hafen, Einchecken innerhalb von 10 Minuten.

Die Gänge zu den Kabinen waren blockiert und mit Schildern versehen, daß die Kabinen ab 13.00 Uhr zur Verfügung stehen, wir fanden dies völlig akzeptabel.

Also erst einmal ins Windjammer für einen kleinen Lunch und zu ersten Schiffsbesichtigungen.

 

Kabine: "Große" Innenkabine, # 7583, die Bezeichnung groß ist allerdings ziemlich übertrieben (siehe Foto) mit 13,8 m². Erst nachdem der Kabinensteward die Betten auseinander und an die Wände gestellt hatte, war eine Nutzung möglich. Schrankflächen sehr eingeschränkt; zum Aufhängen der Kleidung genügend Platz im Wandschrank, aber keine Fächer zum Ablegen. Insgesamt 3 größere und 4 kleinere Schubladen und jeweils 2 in den Nachtschränkchen, sowie einige 3-eckige im Spiegelschrank. Bad normale Größe, mit Abstellfläche unter dem Spülstein und Ablagen im Spiegelschrank. 1 Sessel und 1 Stuhl vor dem sehr kleinen Schreibtisch, der mit dem üblichen Eisbehälter und Gläsern sowie 6 Dosen Softdrinks (kein Kühlschrank) zum Schreiben schon nicht mehr zu nutzen war.

Bei Nachfrage an der Rezeption erhielten wir die Antwort, daß die Splendour die kleinsten Kabinen der Flotte hätte (was nicht stimmt) und wir hätten schon eine größere erhalten (Standardkabinen haben 12,8 m²). Bei weiterer Nachfrage, ob eine Umbuchung auf eine größere Außenkabine möglich sein, wurde uns mitgeteilt, das Schiff sei ausgebucht, was definitiv falsch war, da ich später die Zahlen zur Passagierzusammensetzung vom Cruise Direktor erhalten habe.

Enthalten waren übrigens ein Schranksafe, der seltsamerweise nicht mit einem Code, sondern mit dem Durchziehen einer Kredit- oder Bordkarte geöffnet oder geschlossen werden mußte. Vorhanden waren auch neben den üblichen 110 Volt, 2 x 220 Volt Steckdosen am Schreibtisch, was das Aufladen der Akkus für die Kamera sehr erleichtert hat.

Teilrenovierung: Die Kabine wurde übrigens während unseres Aufenthaltes teilrenoviert, innerhalb einer Abwesenheit von uns von 2 Stunden. Leider wurden wir nicht vorher informiert, daß auch unsere Kabine zu den 547 zu renovierenden Kabinen gehört, so daß unsere Sachen, die auf dem Stuhl und Sessel lagen, durcheinander geworfen wurden.

Teilrenovierung umfaßt, daß Sessel und Stuhl neu bezogen wurden, ebenso wie eine Umrandung etwas oberhalb der Betten und den Gardinen, die man vor den Betten zuziehen konnte. Es wird noch ein Austausch des Teppichbodens erfolgen. Leider ist die Farbauswahl sehr unglücklich und ich weiß nicht, welchen Geschmack es treffen soll.

Für diese Renovierung war eine finnische Firma an Bord, die sich auf einem der unteren Decks eine provisorische Werkstatt eingerichtet hatte.

Als Gegenbeispiele sind die Superior- Innenkabine zu nennen mit 16 m² und die Balkonkabine, die um einiges größer ist mit 18 m² plus Balkon von 3,5 m².

 

Passagierzusammensetzung: 1.572 Passagiere aus 30 Nationen.

USA: 931, Großbritannien: 335, Kanada: 86, Deutschland: 56, Niederlande: 45, Mexiko: 23 und der Rest aus vielen anderen Ländern von Australien bis Uruguay.

 

Decks: Passagierdecks 2, 3, 6, 7 und 8

Deck 1: medizinische Abteilung und Schiffs Ein- und Ausgang bei Landgängen

Deck 3: Konferenz - Center, frisch renoviert

Deck 4: Atrium, noch oben hin offen, sehr geschmackvoll eingerichtet mit zart grünen und zartblauen Sesseln und Sofas und Glastischen;

Champagnerbar hinter schön gestalteten Glasparavants; im Atrium eine Freifläche für Livemusik, die mehrmals abendlich wechselte, vom Duo oder Trio bis zur Big Band mit 10 Musikern und genügend Platz zum Tanzen (wozu mir leider der Tanzpartner fehlte, da mein Mann zu den häufig vorkommenden Exemplaren der Tanzmuffel gehört). Einer unserer bevorzugten abendlichen Aufenthaltsorte, um einen Cocktail (ca. 4,50 - 6 $ plus 15 % Service-Charge) oder ein Bier (gezapft 16 OZ 3 $) zu trinken und auch zum Beobachten von Mitpassagieren hervorragend geeignet.

42nd Street Theater das sich im Gegensatz zu den anderen uns bekannten Schiffen nur über eine Etage erstreckt. Gute Sicht auch von den hinteren Plätzen, die wir bevorzugen, um eventuell eher verschwinden zu können. Bequeme 2 oder 3-Sitzer Couches, die aneinandergebaut sind.

Die Qualität der Shows war sehr unterschiedlich und ich muß zugeben, daß wir uns nicht alle angesehen haben. Band mit 10 Musikern erstaunlich groß, 10 Tänzer, 4 Sänger(-innen).

Schooner Bar die mir dieses Mal nicht so gut gefallen hat. Relativ klein und dunkel und die Pianomusik, teilweise mit Gesang zu laut. Unterhaltungen waren so fast unmöglich.

Casino, wie alle Casinos laut und verraucht, da kein Rauchverbot. Da wir vom Atrium aus zum Theater durch das Casino mußten, haben wir fast immer den vorhandenen Weg außen herum über das Deck mit den Rettungsbooten gewählt.

King & I Dining Room (untere Etage) geschmackvoll eingerichtet, mit blau oder rot bezogenen Stühlen mit dunklem Holz. 2er bis 10er Tische, geräumig und auch für die Kellner geräumig zum Servieren.

Lunch: damit ich darüber schreiben kann, haben wir einmal mittags im Diningroom gegessen und wurden sehr enttäuscht. Wie wir dies schon auf anderen Schiffen feststellen konnten, verhält sich das Personal beim Open Seating dermaßen anders zu den Passagieren, daß wir uns hinterher beim Oberkellner beschwert haben. Dies führte zu einer Besprechung der gesamten Diningroom-Crew vor dem abendlichen Dinner, da dieses Verhalten auch schon von den Oberkellnern festgestellt wurde. Ich habe sehr deutlich gemacht, daß man aus einem solchen Verhalten ableiten könnte, daß das Personal nur dann freundlich ist, wenn es am Ende der Reise von den Stammgästen an den jeweiligen Tischen ein gutes Trinkgeld bekommt. Und das ist nicht akzeptabel für mich als Gast.

Die Qualität des Essens war außerdem auch nur mäßig und unser Kellner wollte, daß wir für die weiteren Gänge das gleiche Besteck benutzen und war nicht bereit neues zu bringen. Wir mußten es uns selber von freien Plätzen nehmen. Ebenfalls wurden bestellte Getränke (Soda Package - 14 Tage ca. 102 $) nicht serviert, selbst auf Nachfrage nicht.

Deck 5: Rezeption und Shore Excursion Desk, Shopping"meile", Top Hat Lounge und obere Etage des Dining Rooms.

Boutiquen mit diversen kleineren Geschäften und in der Mitte einer größeren Freifläche für täglich wechselnde Angebote. Durchgang zur Top Hat Lounge größte Lounge des Schiffes. Veranstaltungsort für z.B. dem Kapitänsempfang, dem Empfang der Wiederholungscruiser (445 Gold-Member, 190 Platinum-Member, 71 Diamond-Member und 3 Diamond-Plus-Member), diversen Vorträgen, Tanzkursen, der katholischen Messe usw.

Geschmackvoll eingerichtet und in gut erhaltenem Zustand.

King & I Dining Room (obere Etage)

Dinner: Wir haben mit 7 Personen an einem 10er-Tisch gesessen, zusammen mit Freunden von uns und einem amerikanischen Ehepaar aus Kalifornien und einer Freundin von ihnen aus Texas, sehr weitgereiste und gebildete Menschen. Bessere und angenehmere Tischnachbarn kann man sich nicht wünschen.

Zuvorkommende Bedienung durch indischen Kellner und philippinische Ass. Kellnerin und indischen Oberkellner.

Auswahl aus 4 Vorspeisen, wobei sich einige allerdings des Öfteren wiederholten, 2 Suppen (teilweise die köstlichsten kalten Suppen, die ich je gegessen habe), 2 -3 Salate mit verschiedenen Dressings, auch nach Wunsch anderes Dressing an jedem Abend möglich. 4 Hauptgerichte und 4 Standard-Ausweichgerichte. Desserts 4 - 5 Sorten plus diverse Eissorten in sehr guter Qualität. Auf Wunsch wurden auch sehr gute Pommes Frittes serviert, sowie diverse Extrawünsche immer möglich waren. Anfangs war das Essen etwas zu kalt, hat sich aber nach zwei Tagen gebessert. Die Fleischqualität war hervorragend, die Fischqualitäten gehobener Durchschnitt. Meist wurden ein oder zwei weitere Gerichte, egal ob Vorspeise, Hauptgericht oder Dessert zum Probieren in die Mitte des Tisches gestellt. Auch hier gab es mit dem Soda Package immer die gewünschten Getränke, wie Cola, Sprite, Orangensaft u.a.

Der Executive Chef ist ein Österreicher, mit dem wir uns mehrmals sehr nett unterhalten haben.

Der Maitre D'Orlando P. Rosa war gerade erst von der Jewel (und uns bekannt) herübergewechselt, einige andere Personen der Führungsmannschaft der Jewel werden ihm im Laufe der nächsten Wochen auf die Splendour folgen.

Deck 6: Fotogalerie für die üblichen Fotos der Mitreisenden und einem Café, allerdings nur begrenzte Sitzmöglichkeiten.

Deck 7: Bibliothek ebenfalls geschmackvoll und dezent eingerichtet mit tiefen roten und schmaleren halbrunden grünen Ledersesseln , insgesamt 32 Sitzmöglichkeiten. Die Auswahl an Büchern war allerdings relativ gering und meistens vergriffen, da viele Mitreisende ihre Zeit mit Lesen verbracht haben.

Ausliegend eine Mappe für Brückenbesichtigungen von jeweils einer ½ Stunde für jeweils 15 Personen an mehreren Seetagen mit je 4 Touren morgens und nachmittags.

Kartenspielraum (Spielen1) 10 Spieltische mit jeweils 4 Stühlen und einigen separaten Stühlen, ebenfalls in grünem Leder. Vor den Fenstern, wie auch in der Bibliothek schöne Holzklappjalousien.

Deck 8: Crown & Anchor Society Bereich zum Buchen neuer Kreuzfahrten und das meist gut besuchte Internet-Cafe mit 16 IBM-Computern mit Lautsprechern, aber keinen Webcameras und einem separaten Laserjetdrucker.

Kostenpunkt: pro Minute 50 cent oder Pakete für 25 $ - 59 Minuten, 35 $ - 89 Minuten, 50 $ - 151 Minuten.

Deck 9: Pooldeck mit einem Pool, ca. 22 - 24 °, mit zwei verschiedenen Tiefen, einem Flachbereich von 30 cm und einem tiefen Bereich von 170 cm, sowie 2 überdachten Jacuzzis. Ausreichend mit Kunststoffbändern bespannte Liegestühle, die ich als bequem empfunden habe, teilweise freistehend, teilweise im überdachten Seitenbereich. Diverse Tische mit jeweils 4 Stühlen seitlich und im Bereich vor dem Windjammer Café. Raucherbereich auf einer Seite des Schiffes. Die Seitenverglasung kann teilweise aufgeschoben werden. Bodenbeläge aus blauem Spezialteppich, ziemlich erneuerungsbedürftig, teilweise Holzdielen. Kleine Bühne für eine kleine Band ,wie in anderen Teilen des Schiffes mit Renovierungsarbeiten am Holz begonnen. Leider waren dadurch manchmal gewisse Bereiche gesperrt.

Solarium Solarium 1 auf dem gleichen Deck, überdachter Bereich mit diversen Liegen und Stühlen mit Tischen, Pool auf rund 32° erwärmt, 2 Jacuzzis, Bar mit Service von Hamburgern, Hot Dogs Pommes Frittes und vegetarischen Pizzen (sehr gut) zu diversen Tageszeiten und nachts bis 01.30 Uhr.

Durchgang zum Heck mit Wellnessbereich und Sportstudio mit diversen Geräten, wie Laufbändern, Crosstrainern, Hantelbänken usw. Einige Geräte defekt. Dahinter noch einmal eine versteckt und ruhig liegende Sonnenterrasse mit Platz für ca. 40 Personen und teilweise überdacht, daher für uns gut geeignet.

Windjammer-Cafe: zum Bug des Schiffs liegend, mit ca. 450 Sitzplätzen, einer Komplettverglasung nach vorne und zu beiden Seiten und daher schöner Aussicht. Wesentlich kleiner als auf den anderen uns bekannten Schiffen, mit Tischen für 2 - 6 Personen in nicht mehr sehr gutem Zustand. Stühle noch in akzeptablem Zustand, aber Tische mit Kacheln wirken abgenutzt und unhygienisch.

Wenn das Schiff aber im nächsten Jahr ins Trockendock nach Lissabon geht, wird das Windjammer komplett neu gestaltet, da auch die einzelnen Stationen in der Reihenfolge falsch angeordnet sind (Auskunft des Sous-Chefs). In diesem Stil wurde bereits die Legend umgestaltet.

Frühstück: an Landtagen ab 6.15 Uhr, an Seetagen ab 7 Uhr. Diverse Sorten Brot, Brötchen, kleine Kuchen, Donuts. Warme Gerichte, Wurst und Käsesorten (eingeschränkt) und Fisch. Eine Station zum Toasten von Brot, English Muffins usw., 2 Stationen für Kaffee, Wasser und Milch, diversen Teesorten, 2 Saftstationen mit Orangen- und Multivitaminsaft. Obst ist ausreichend vorhanden, frisch im Ganzen oder kleingeschnitten, oder als Dosenware und dann die Lieblingsstation meines Mannes für sein tägliches Omelett mit wechselnden Zutaten und für andere Passagiere auch für Spiegeleier usw.

Lunch: von 12 - 15 Uhr. Diverse angemachte Salate oder Zutaten zum Selbermischen und 4 verschiedene Dressing, allerdings keine Abwechslung während der gesamten Reise. 2 Suppen, frisch aufgeschnittenes Fleisch, diverse Gemüse, Reis, verschiedene warme Gerichte und täglich wechselnde frisch zubereitete Pastagerichte von hervorragender Qualität und Geschmack. Als Desserts täglich wechselnder Wackelpudding, leckere Kuchen, die wir allerdings lieber zum Kaffee gehabt hätten.

Als Getränke immer Eistee oder Zitronenlimonade vorhanden, die auch teilweise an die Tische gebracht wurden. Auch hier waren die Kellner sehr bemüht. Hilfsbedürftigen Personen wurde bei der Auswahl und beim Servieren assistiert. Die Tische wurden relativ schnell abgeräumt.

Kaffee: ab 15.30 Uhr, Kuchen der trockenen Art, wie bei uns Marmorkuchen, Plätzchen, Sandwiches (sehr lecker), Waffeln, diverse warme Gerichte, Tacos und Tortillas mit den entsprechenden Füllungen.

Abendessen: wurde von uns nie oben eingenommen. Nach Auskunft des Restaurantmanagers wurde diese Möglichkeit aber von mehr als 200 Passagieren wahrgenommen, mit ähnlichen Gerichten wie im Hauptrestaurant.

Deck 10: Laufdeck (4 Runden - 1 Meile) und Sonnendeck mit 2 Überdachungen für jeweils ca. 12 Liegen und ausreichend freistehenden Liegen. Am Heck Minigolfspielfeld, 2 Shuffleboardfelder und einer Kletterwand.

Deck 11: Viking Crown Lounge - sehr geschmackvoll eingerichtete Bar mit hervorragendem Rundumblick, daher auch tagsüber beliebter Aufenthaltsort, zum Ausruhen, Schauen oder Lesen. Abends Disco mit DJ, leider für uns immer zu spät, so daß ich nichts dazu sagen kann, ich habe aber Leute kennengelernt, die dort bis Nachts um 2.30 Uhr rumgehext haben. Außerdem separate Lounge für Zigarrenraucher.

Wetter: Ich weiß aus diversen Forumsberichten, daß viele wissen möchten, wie auf solch einer Transatlantiküberquerung das Wetter ist. Daher habe ich gewissenhaft Buch geführt. Der 1. Offizier sagte mir, daß wir eine sehr günstige Route hätten, die nicht den normalen Routen entspräche. Sie lief fast gerade von Teneriffa aus westlich, während die anderen Routen schräger verlaufen. Wären wir zwei Tage später ausgelaufen, hätten wir es mit einem schlimmen Sturm zu tun bekommen.

Hier meine Wetteraufzeichnungen:

Barcelona - Regen 17 °, nachmittags Auflockerungen und wärmer

Alicante - Regen, 14 °, nachmittags Erwärmung auf 20 °

Malaga - 9 °, nachmittags 18 °

Seetag Malaga - Teneriffa - sonnig, 20 °, Wellen bis 4-6 Meter, ruhig

Teneriffa - sonnig, 21° - 26 °, ruhige See

1. Seetag - sonnig 21 °, ruhige See; 2. Seetag - sonnig, 25 °, ruhige See;

2. Seetag - Nebel, Regen, 24 °, rauhe See; 4. Seetag - morgens sonnig, 25°, nachmittags bewölkt, ruhige See; 5. Seetag - morgens Regen, nachmittags sonnig, 23°, ruhige See, Windstärke 6; 6. Seetag - wechselhaft, 26°, rauhe See, Windstärke 6-7;

Bahamas - warm, 24-26°, nachts sehr rauhe See bis Windstärke 8;

2 Seetage - warm, 24°, windig, sehr ruhige See;

Ich muß auch noch anmerken, daß an fast allen Seetagen kräftiger Wind herrschte.

Ankunft Galveston: sintflutartiger Regen mit Gewittern und Überschwemmungen, so daß wir nach dem Transfer am Flughafen von Houston die Kleidung wechseln mußten, weil wir vollkommen durchweicht waren. Leider auch unsere Koffer.

 

Zu den angelaufenen Häfen gibt es nicht viel zu berichten. Wir haben in Alicante und Malaga den kostenlosen Shuttle-Transfer genutzt, da wir ziemlich weit entfernt gedockt hatten. Durch den Regen haben wir nur knappe Stadtbesichtigungen auf eigene Faust unternommen und sind z.B. in Alicante nachmittags wegen der Wetterbesserung mit einem Taxi vom Schiff aus zum einem hochgelegenen Fort gefahren, um von dort den Überblick über Stadt, Strände und Hafen zu genießen und zu fotografieren. Kostenpunkt für Hin- und Rückfahrt inklusive 20 Minuten Wartezeit des Taxis am Fort, inklusive Trinkgeld 20 €.

In Malaga haben wir für die Rückfahrt vom Stadtzentrum wieder ein Taxi bis ans Schiff genommen, Kostenpunkt: 6 €.

Anmerkung: nirgends gab es englisch sprechende Taxifahrer, es wurde extra in der Taxizentrale danach gefragt. Meine bescheidenen Spanischkenntnisse mußten reichen.

In Teneriffa haben wir den öffentlichen Bus der Linie 103 von Santa Cruz nach Puerto de la Cruz genommen, auf Empfehlung eines Herren vom Tourismusnbüros (standen mit Informationen vor dem Schiff) und sind ohne Zwischenstops mit einer Fahrtzeit ca. 45 Minuten sehr günstig nach Puerto de la Cruz gekommen, Kostenpunkt: einfache Strecke 1,90 € pro Person.

Wer den bekannten Loro Parque besichtigen möchte, sollte sich auf folgende Preise einstellen: Erwachsene - 33 €, Kinder - 19 €.

Da der Busbahnhof in einiger Entfernung vom Schiff lag, (Hinweg gelaufen), haben wir wegen dem beginnenden Regen ein Taxi genommen, Kostenpunkt: 6 €.

Bahamas - auch hier haben wir wieder eine private Tour mit einem Van gemacht, Dauer 2 ½ Stunden, Kostenpunkt: 20 $ pro Person, inklusive Besichtigung des Atlantis Hotels auf Paradise Island. Den Van mit Fahrer haben wir am Ausgang des Hafenbereiches gemietet. Hier haben sich diverse Fahrer für Rundfahrten angeboten.

Die Insel ist für einen eintägigen Besuch ganz nett, das Stadtzentrum war überfüllt (Splendour, Zenith, Sovereign, World, Regal Empress) und sehr viel Straßenverkehr und im Gegensatz zu anderen Karibikinseln (was sie ja eigentlich gar nicht ist) viel zu teuer. Wer hier den Empfehlungen der Reedereien folgt, günstig einkaufen zu können, wird eines Besseren belehrt, wenn er die Preise einigermaßen kennt.

 

Die Seetage waren sehr angenehm und für uns sehr erholsam. Nur wenige Aktivitäten, an denen wir teilgenommen haben, wie das für Crown & Anchor Mitglieder kostenlose Wine-Tasting-Seminar, einem Treffen mit Mitgliedern eines anderen Forums, das von RCCL unterstützt wurde, einer Brückenbesichtigung und Hereinschauen bei den kindischen Bastelkursen auf Schulanfängerniveau.

Man hat immer einen Liegestuhl gefunden oder bei schlechterem Wetter innen einen schönen Platz zum Relaxen oder Lesen. Interessant waren für uns wie immer die vielen Gespräche mit der Crew, vom einfachen Ass. Kellner bis zum Chefkoch und Kapitän, den wir privat und nicht im Rahmen einer Veranstaltung kennengelernt haben. Außerdem hat es uns sehr gefreut, zum Captainsdinner eingeladen worden zu sein, es war eine sehr interessante und auch informative Tafelrunde.

Kapitän Yngvar Knutsen war auch erst in Barcelona in Bord gekommen. Er hatte sich bewußt für die Splendour entschieden, weil er kein zu großes Schiff befehligen wollte.

Er kommt wie fast alle RCCL-Kapitäne aus Norwegen, wie auch die meisten seiner Offiziere.

Von Kapitän haben wir erfahren, daß die Splendour im nächsten Jahr im Mai für 9 Tage ins Trockendock nach Lissabon geht, wie das alle 5 Jahre der Fall ist, und zwar für diverse Aussenarbeiten und diesmal auch die Komplettrenovierung des Windjammer Cafés. Vom Executive Sous Chef, einem Niederländer habe ich erfahren, daß dies im Stil der Legend OTS geschehen soll.

Insgesamt werden 547 Innenkabinen teilrenoviert, wie ich bereits eher beschrieben habe. Diese Renovierungen finden im laufenden Betrieb statt.

Da man im nächsten Jahr durch die andere Route mit Start in Venedig ein anderes Publikum erwartet, vor allem vermehrt Italiener und auch Deutsche, findet ein Wechsel im Management statt. Der Hoteldirektor Luis Acosta hat bereits mit uns das Schiff verlassen. Der Cruisedirektor Tim Seivert beendet im Januar seinen Vertrag bei RCCL und diverse führende Leute wechseln von der Jewel OTS auf die Splendour.

 

Fazit: für uns eine wirklich tolle, erholsame Reise, unsere erste Transatlantiküberquerung. Wir würden diese gerne wiederholen, dann aber in östliche Richtung, um eine sanftere Zeitumstellung zu haben. Hier waren es 7 mal 1 Stunde, die wir die Uhr zurückstellen mußten und dann natürlich auf einen Schlag beim Rückflug wieder vorstellen.

Für einige sicher wichtig zu wissen, daß es 3 formelle Abende gegeben hat. Die Kleidung war total gemischt, von Abendkleidern, Smokings und Dinnerjackets, sogar ein Frack war zu sehen, über schicke Hosenanzüge oder tolle andere Kombinationen. Mein Mann war meiner Meinung nach mit dunkelgrauem Anzug, schicken Hemden und farblich passenden Krawatten an diesen 3 Abenden gut angezogen. An den restlichen Abenden hat er nie ein Sakko getragen, meistens Hemd mit Weste und bessere Hose, keine Jeans. Für mich waren immer Hosen mit schicken Oberteilen angesagt und ich habe mich nie underdressed gefühlt. Die weniger gut gekleideten haben sich dann für das Dinner im Windjammer-Cafe entschieden. Im Speisesaal habe ich persönlich nie unpassend gekleidete Mitreisende gesehen.

 

Da wir wußten, daß das Schiff nicht mehr in einem optimalen Zustand ist, waren wir angenehm überrascht, wie gut sie verglichen mit der Zenith noch wirkt, die allerdings wie ich erfahren habe, einige Zeit nach unserem Aufenthalt (Februar 2005) auch zur Renovierung im Dock war. Die Größe empfanden wir auch als sehr angenehm. Die 1.570 Passagiere haben sich ziemlich verlaufen. Es wirkte niemals überlaufen und man fand immer eine ruhige Ecke.

Es hat keine rüden oder betrunkenen Passagiere in unserem Dabeisein gegeben. Allerdings sind wir auch nie sehr lange aufgeblieben. Spätestens um 24.00 Uhr , nach dem Fotografieren der Galabuffets war für uns Schluß.

Kinder waren nur in geringem Maße vorhanden und wirkten niemals störend.

Das Essen hat uns wesentlich besser als auf der Zenith geschmeckt, der Service war sehr gut und es gab keine aufdringlichen Sommeliers.

Alles in allem eine wunderschöne Reise, mit vielen ruhigen und besinnlichen Momenten, aber auch vielen netten und interessanten Unterhaltungen mit Menschen aus vielen verschiedenen Ländern.

Im Vergleich zu der von uns geliebten Brilliance und Jewel schneidet sie natürlich gegebenermaßen schlechter ab, da diese beiden Schiffe wesentlich jünger und moderner sind.

Aber für ihr Preis-Leistungsverhältnis ist die Splendour eine sehr gute Wahl.

Unser persönliches Fazit für andere Cruiser: unbedingt zu empfehlen.

 

Die Wintersaison verbringt die Splendour übrigens in der Karibik, Ausgangspunkt Galveston und dann für 4 oder 5-tägige Cruises Richtung westliche Karibik mit u.a. Cozumel. Ausnahme eine Kreuzfahrt über Weihnachten und Neujahr, die 10 Tage dauert.

Am 23.04.2006 legt sie dann ab für die Transatlantik-Tour in östlicher Richtung bis Venedig und wird den Sommer 8-Tage Touren von Venedig aus wöchentlich abwechselnd nach Piräus, Kusadasi, Heraklion und Korfu, oder Piräus, Mykonos, Rhodos und Dubrovnik machen.

Besonders interessant wird laut dem Kapitän die Rückführung im nächsten Herbst.

Diese dauert 20 Tage, beginnt am 29.10. und endet am 17.11.2006 und geht von Venedig über Dubrovnik, Messina, Barcelona, Alicante, Malaga, Teneriffa, Seetage, Bahamas und Key West nach Galveston. Sicher eine ganz besondere Tour.


Copyright 2005 © Marita und Uwe Oppermann