Das RuderhausE-Mail: Raoul Fiebig
Zuletzt aktualisiert: 17.10.2005

Reisebericht


Gerd Ramm
M/S "Albatros", Phoenix Reisen
28.08. - 09.09.2005, Höhepunkte der Ostsee


Gerd ist zurück von den "Höhepunkten der Ostsee" 28.8. bis 9.9.05 mit der MS Albatros. Wir hatten die Jungfernfahrt Istanbul - Bremerhaven 9.5. bis 23.5. 04 mitgemacht und wollten nun sehen, was ist neu auf der Albatros. Um es vorweg zu nehmen: aus dem Aschenputtel ist ein weißer Schwan geworden. Er hat hier und da ein paar dunkle Federn aber ich bin überzeugt, die wird man auch noch weiß bekommen.

Phoenix hatte das Schiff in einem teilweise desolaten Zustand übernommen und ich will in bunter Folge aufzählen, was mir so auffiel.

Die Tische am Pool und drum herum sind neu. Die öffentlichen Toiletten, die damals teilweise geschlossen werden mussten, erstrahlen neu und in Farbe. Die Fahrstühle haben einen Teppich in Phoenixemblem, das Restaurant am Eingang den Wunsch nach einem guten Appetit und die Gangway den Teppich mit "Willkommen zu Hause". Das Essen ist um 100% besser geworden. Schwebte der deutsch-kanadische Koch der Jungfernreise noch in der Vorstellungswelt der 50er als die Deutschen noch große Portionen Sauerkraut mit Wurst wollten, so wurden wir von den Köchen mit hervorragenden Suppen, raffiniert zubereiteten Speisen und unverschämt gut schmeckenden Nachtischen verwöhnt. Dem Essen gebe ich vier Sterne. Leider kann ich das vom Frühstück nicht sagen, das mag aber an mir liegen. Ich mag morgens gern ein knuspriges Brötchen mit Marmelade und Honig. Die Auswahl an Marmelade war sehr dürftig, es gab nur Milchbrötchen. Dafür kamen die Müsli- und Schwarzbrotesser voll auf ihre Kosten.

Die Maler sind immer noch bemüht, die dillethantischen Malversuche der Vorgänger auszumerzen. Es roch hier und dort nach Farbe, die Feuertüren wurden neu tapeziert, man musste schon sehr genau hinsehen, um Rostflecke zu entdecken. Die Plastikliegestühle wurden durch Stahl (oder war es Alu?) ersetzt. Allerdings fielen dieser Aktion die Auflagen zum Opfer aber man konnte genug Handtücher bekommen. Ich weiß nicht, wie Phoenix es machte, aber der Belegvirus war so gut wie weg, dabei hatten wir die ganzen zwölf Tage Sonne satt. Ich werd mir es mal vom Cruisedirektor erklären lassen. Alle Türen der Kabinen bekamen eine Magnetkartenschließeinrichtung. Leider klemmten einige, sodass man bei Mittags- und Nachtruhe oft gestört wurde. Hier wäre ein Nachjustieren hilfreich. Unsere Bitte, die "Crew only Tür" neben unserer Kabine 3001 zu justieren, wurde leider nicht entsprochen. Da auch nachts Schichtwechsel ist hörten wir sehr oft, wann das war. Über den Service kann ich mich aber nicht beklagen. Aus unserem Kaltwasserhahn kam nur ein kleines Rinnsal und den Safe hatten die Vorgänger unsachgemäß geöffnet. Beides wurde prompt abgestellt. Auch hatte in Riga die Albatros (oder war es das Bunkerboot?) die Aussendecks mit Heizerflöhen überdeckt. Die Hosen meiner Frau und meine wurden kostenlos gewaschen und gebügelt. Der Tisch - und Kabinenservice war hervorragend. Unser Kabinensteward hatte sehr schnell "drauf" wann er die Kabine machen konnte. Am Tisch 17 mit Ronny und Jimmy wurden wir umsorgt. Es gab nicht einmal eine Verwechslung, es war ein perfekter Service. Der Tischwein wird jetzt in Flaschen ausgeschenkt, eine Albatrosabfüllung.

Ein Matrose versuchte mit Spachtel und Lappen die Fenster des Lidodecks von der Salzkruste zu befreien, was ihm auch gelang. An den Fenstern der Restaurants wird er, glaube ich, scheitern. Hier hilft wohl nur ein Auswechseln.

Die Beschilderung auf dem Schiff einschließlich Schiffsplänen ist jetzt optimal. Mit der Temperatur auf den Schiffen ist es so eine Sache. War die Klimaanlage auf der Color Fantasy amerikanisch unterkühlt, so war sie auf der Albatros eher deutsch warm. Die Temperatur in der Kabine bekamen wir nicht unter 23 Grad, was uns zum Schlafen zu warm ist.

Die schönen Holzdecks wurde abgeschliffen und machen jetzt einen sehr guten Eindruck.

Ein schöner Internetcorner wurde installiert und die Bücherei bekam einen großen Schrank der wohnliche Atmosphäre ausstrahlt.

Die Waschbecken in den Kabinen zeigen starke Abnutzungserscheinungen, hier wird ein Auswechseln unumgänglich werden. Ich konnte es jedenfalls in den Kabinen 3001, 5074,5076 und 4054 beobachten.

Eine Anekdote zum Schluss: Auf Deck 10 kann man schön vorn stehen und die Einfahrt in die Häfen beobachten sowie dem Kapitän auf die Finger schauen . Mittig ist ein Stromkabel im Eisenrohr etwas erhöht, gekennzeichnet durch ein gelb-schwarzes Band. Das Schiff läuft in die Schleuse von Kiel-Holtenau ein. Passagier von Deck 10: Hey kommen sie mal hier rauf, hier ist eine Stolperfalle. Brücke: Ich habe jetzt keine Zeit. Passagier: Hey, Sie sind doch der Sicherheitsoffizier, kommen sie sofort hier rauf und beseitigen das. Brücke: Wenn Sie hier runterkommen und das Schiff steuern komme ich rauf uns seh mir das an, ich bin hier der Kapitän. Betretenes Schweigen auf Deck 10.

Wir hatten eine sehr ruhige See, eine sehr sonnige Fahrt, eine fröhliche Gruppe was will man mehr.


Copyright 2005 © Gerd Ramm