Das RuderhausE-Mail: Raoul Fiebig
Zuletzt aktualisiert: 09.04.2002


FAQ - Häufig gestellte Fragen




Warum sollte ich eine Kreuzfahrt machen?

Es gibt sicherlich viele Gründe, die dafür sprechen, seinen Urlaub an Bord eines Kreuzfahrtschiffs zu verbringen. Diese generelle Frage jedoch in aller Kürze zu beantworten, ist nicht möglich. Dieses gesamte FAQ trägt letztlich zur Beantwortung dieser einen Frage bei. (Zum Seitenanfang)


Sind Kreuzfahrten denn nicht viel zu teuer?

Wie es beim Urlaub an Land unterschiedliche Konzepte gibt, sind auch Kreuzfahrtschiffe in unterschiedliche Kategorien aufgeteilt, die jeweils eine unterschiedliche Klientel ansprechen. Generell ist zu sagen, daß gerade in Deutschland die Katalogpreise für Kreuzfahrten recht hoch liegen und im Vergleich etwa zu den USA recht geringe Ermäßigungen hierauf gewährt werden. Als Ausweg bietet sich hier (wenn der Dollarkurs nicht zu schlecht ist) die Buchung in den USA an. Dies ist entgegen der Aussagen der deutschen Vertretungen großer amerikanischer Reedereien ohne Probleme möglich - sofern man ein Reisebüro in den USA findet, daß hierzu bereit ist. Ich habe dies bereits einmal in dieser Weise gemacht und war überaus zufrieden. Eine andere Möglichkeit sind die mittlerweile auch in Deutschland vorhandenen Discount-Agenturen, die Kreuzfahrten zum Teil zu überaus günstigen Preisen anbieten.

Auch dort mag einem der Preis unter Umständen noch hoch erscheinen, doch sollte man sich vor Augen führen, welche Leistungen bei einer Kreuzfahrt im Vergleich etwa zu einem Hotelaufenthalt im Gesamtpreis bereits enthalten sind. In der Regel sind dies: Transport zwischen den einzelnen Anlaufhäfen, Hafengebühren, Unterbringung in der gebuchten Kabinenkategorie, Vollpension mit vier bis sechs Mahlzeiten (Frühstück, Vormittagsbouillon, Mittagessen, Nachmittagskaffee, Abendessen, Mitternachtsbüfett oder -snack), Kaffee etc. zum Frühstück, Bordunterhaltung (je nach Schiff z.T. große Unterschiede), Benutzung der Schiffseinrichtungen wie Swimmingpool, Fitneßcenter, Bordbibliothek, Sonnenliegen etc. Je nach Veranstalter sind u.U. auch folgende Leistungen inklusive: Landausflüge, Trinkgelder, Getränke (Eiswasser zu den Hauptmahlzeiten ist stets inklusive), Benutzung der Bordsauna. In der Regel sind diese Leistungen jedoch nicht inklusive. Stets kostenpflichtig sind etwa die medizinische Versorgung an Bord (lediglich auf Schiffen unter russischer Flagge inklusive), Massagen, Frisörbesuche usw. Alles in allem stellt die Kreuzfahrt somit einen nicht zu teuren Urlaub dar, sofern man ein wenig nach guten Angeboten Ausschau hält. (Zum Seitenanfang)


Sind Kreuzfahrten denn nicht ein "Alte-Leute-Urlaub"?

Um ehrlich zu sein - sie sind hervorragend für Senioren geeignet. Man besucht zahlreiche verschiedene Destinationen ohne anstrengende Auto-, Bus- oder Zugfahrten. An Bord wird man rundum verwöhnt. Bob Dickinson, Präsident und CEO der weltgrößten Kreuzfahrtreederei, Carnival Cruise Lines, sagte einmal, daß Kreuzfahrten bis in die 1970er Jahre hinein hauptsächlich von Senioren gebucht worden seien, die in Begleitung ihrer Eltern reisten.

Daß Kreuzfahrten ausschließlich etwas für ältere Menschen sind, ist ein böses Vorurteil, das in Deutschland leider noch viel mehr verbreitet ist, als in vielen anderen Teilen der Welt. Wie schon erwähnt, gibt es Kreuzfahrtschiffe, die ganz offen den älteren Passagier ansprechen. Die Bordunterhaltung, die Einrichtung und das gesamte Ambiente sind strikt auf ältere Passagiere abgestimmt. Allerdings stellen diese Schiffe eine deutliche Minderheit dar. Auf vielen internationalen Schiffen und auch auf der deutschsprachigen "Aida" liegt das Durchschnittsalter der Passagiere heutzutage bei knapp über 40 Jahren. Je nach Reiseregion, -zeit und -länge ergeben sich jedoch bei den meisten Reedereien deutliche Unterschiede. (Zum Seitenanfang)


Welches ist das beste Kreuzfahrtschiff auf der Welt?

Diese Frage läßt sich kaum beantworten. Eine mögliche Antwort wäre: "... das Schiff, auf dem Sie sich am wohlsten fühlen." Es gibt Schiffe, welche in erster Linie eine jüngere und aktive Klientel ansprechen - etwa die sogenannten Clubschiffe oder die "Fun Ships" der Carnival Cruise Lines. Andere Schiffe sprechen in erster Linie ältere Passagiere an (u.a. Holland America Line, Peter Deilmann-Reederei, ...). Andere Reedereien versuchen, es jedem recht zu machen. Einige Schiffe verfügen über hervorragende Bordeinrichtungen für Kinder, auf anderen Schiffen sind keine Passagiere unter 18 Jahren zugelassen. Die "Paradise" der Carnival Cruise Lines bietet gar eine vollkommen rauchfreie Umgebung. Wer mit einer Zigarette oder ähnlichem an Bord ertappt wird, muß ein Strafgeld zahlen und das Schiff im nächsten Hafen verlassen. Preisbewußte Kreuzfahrer werden sich auch auf einem etwas "spartanischer" ausgestatteten Schiff wohlfühlen, während der Passagier, der den puren Luxus sucht, etwa aus einer recht großen Zahl kleinerer "Megajachten" aussuchen kann. (Zum Seitenanfang)


Gibt es Größenunterschiede zwischen den verschiedenen Schiffen?

Kreuzfahrtschiffe gibt es in vielen verschiedenen Größen: Von kleinen Expeditionsschiffen wie der 47,5 Meter langen und mit 89,5 BRZ (Brutto-Raum-Zahl) vermessenen "Wilderness Explorer" der Glacier Bay Cruiseline für 70 Passagiere (Doppelbelegung der Kabinen) bis zu Giganten wie der 311,2 Meter langen und mit 137.308 BRZ vermessenen "Explorer of the Seas" der Reederei Royal Caribbean International für 3.114 Passagiere. Letztere ist mehr als dreimal so groß wie die berühmt-berüchtigte "Titanic" und hält seit Herbst 2000 den Rekord für das größte jemals gebaute Passagierschiff sowie gemeinsam mit ihren minimal kleineren Schwesterschiffen "Adventure of the Seas" und "Voyager of the Seas" auch den für die meisten Passagiere. Den Rekord für das längste jemals gebaute Passagierschiff hält seit 1962 die 315,5 Meter lange "Norway" der Norwegian Cruise Line. (Zum Seitenanfang)


Was bedeuten diese Größenunterschiede in der Praxis?

Je nach Präferenz könnten Sie sich eher auf einem kleinen, mittelgroßen oder großen Kreuzfahrtschiff wohlfühlen. Kleinere Schiffe haben den Vorteil, daß Sie in kleinem Kreis reisen und Ihre Mitpassagiere binnen kurzer Zeit kennenlernen. Auf den größten Kreuzfahrtschiffen hingegen muß man sich u.U. verabreden, um einander während einer einwöchigen Kreuzfahrt mehrfach zu begegnen. Kleinere Kreuzfahrtschiffe können zudem Häfen oder auch kleine Buchten anlaufen, die den großen "Pötten" versperrt bleiben. Dies bedeutet, daß man häufiger direkt anlegen kann und das für viele Passagiere unangenehme Austendern auf ein Minimum reduziert wird. Generell werden jedoch kleinere Schiffe eher zum Spielball von Poseidons Gewalten, sollte das Wetter einmal nicht so gut sein und hohe Wellen und starker Wind vorherrschen. Zudem ist auf kleineren Kreuzfahrtschiffen naturgemäß das Angebot an öffentlichen Räumen begrenzt. Wer etwa nicht mit einem Musiksalon, einer kleinen Bibliothek sowie ein bis zwei Bars auskommt, sollte ein größeres Schiff wählen, auf dem es z.B. vom bis über zehn Decks reichenden Atrium über das römische Thermalbad bis hin zu mehreren weniger formellen Alternativen zum abendlichen Gang in den Speisesaal nahezu unzählige zusätzliche Einrichtungen gibt. (Zum Seitenanfang)


Sind ältere Schiffe nicht regelrechte "Seelenverkäufer"?

Das Alter eines Kreuzfahrtschiffs spielt lediglich eine untergeordnete Rolle. Es ist zwar sehr wohl auffällig, daß alle Kreuzfahrtschiffe, die in den letzten zehn Jahren untergegangen sind, schon etliche Jahre auf den sieben Meeren unterwegs waren. Man muß jedoch bedenken, daß diese Schiffe sämtlich Reedereien gehörten, deren mangelhaftes Sicherheitsmanagement und zweifelhafter Ruf bereits zuvor bekannt gewesen waren. Solche Reedereien und Veranstalter können sich oftmals keine kostspieligen Neubauten leisten und greifen daher gerne auf ausgediente "Second Hand"-Tonnage zurück. Wenn diese aufgrund ihres Alters wartungsintensiveren Schiffe dann nicht die nötige Aufmerksamkeit erhalten, ist ein Unglück nahezu vorprogrammiert. Es ist aus diesem Grund überaus sinnvoll, sich vor Buchung einer Kreuzfahrt über das Renommee des Schiffes bzw. der Reederei / des Veranstalters zu informieren. Daß Reisebüros, die in erster Linie darauf bedacht sind, Ihnen eine Kreuzfahrt zu verkaufen, hier oftmals nicht weiterhelfen können (wollen?), ist einleuchtend. (Zum Seitenanfang)


Wo liegen die Unterschiede zwischen älteren und neueren Schiffen?

Viele der älteren Kreuzfahrtschiffe wurden noch als Transatlantik- oder sonstige Langstrecken-Linienschiffe gebaut. Oftmals gab es zu dieser Zeit noch zwei oder gar mehr unterschiedliche Klassen an Bord, die streng von einander getrennt waren. Heute herrscht an Bord eine Ein-Klassen-Gesellschaft, jedoch fiel es oftmals nicht leicht, ehemalige Mehrklassen- in Ein-Klassen-Schiffe "umzuwandeln". Häufig wirkt das Layout der Decks solcher ehemaliger Linienschiffe ungewöhnlich bis unlogisch. Heutzutage werden vorgefertigte, standardisierte Kabinen verwendet, so daß man davon ausgehen kann, daß auf modernen Schiffen nahezu alle Kabinen einer bestimmten Kategorie gleich groß sind. Wer jedoch auf einem älteren Schiff reisen möchte, sollte sein Reisebüro bitten, von der Reederei die genauen Ausmaße der einzelnen Kabinen der ins Auge gefaßten Kategorie zu erfragen. Zuweilen gibt es dort innerhalb ein und der selben Kategorie Größenunterschiede von bis zu 100%. Ältere Kreuzfahrtschiffe besitzen im Vergleich mit ihren moderneren "Kollegen" oftmals proportional mehr Innenkabinen. Erst seit einigen Jahren populäre Einrichtungen wie etwa Kabinen mit privaten Balkonen finden sich auf älteren Schiffen nur überaus selten. Zudem liegen einige öffentliche Räume - besonders oft die Speisesäle - häufig innen, so daß man ggf. ohne Meerblick speisen muß. Generell haben ältere Schiffe einen größeren Tiefgang, was bedeutet, daß die schiffseigenen Tender bei Landgängen häufiger zum Einsatz kommen müssen, als bei jüngeren Schiffen. Die Gegenseite hiervon ist jedoch, daß ältere Schiffe (die nahezu ausnahmslos mit modernen Flossenstabilisatoren ausgestattet sind) durch ihren größeren Tiefgang vielfach deutlich stabiler liegen als Neubauten mit ihren hochhausähnlichen Aufbauten und ihrem im Vergleich hierzu geringen Tiefgang - ein deutliches Plus für Reisende, die schnell seekrank werden. Die Dampfturbinen älterer Kreuzfahrtschiffe mögen zwar nicht die umweltschonendsten sein und sind zudem recht treibstoffintensiv, sorgen jedoch für eine überaus geräusch- und vibrationsarme Fahrt, während die Dieselmotoren einiger neuerer Schiffe z.T. sehr starke Vibrationen und einen auf den unteren Decks zuweilen unangenehmen Geräuschlevel verursachen. (Zum Seitenanfang)


Was ist bei der Vielzahl unterschiedlicher Kabinenkategorien zu beachten?

Innenkabinen liegen - wie der Name schon sagt - innen können ausschließlich durch künstliches Licht erhellt werden. Außenkabinen hingegen besitzen irgendeine Art von "Fenster", wobei es sich um ein kleines Bullauge mit 30 Zentimetern Durchmesser, ein über eine gesamte Kabinenseite reichendes riesiges Panoramafester, oder alles dazwischen handeln kann. In der Regel sind die Fenster nicht zu öffnen. Bullaugen und manchmal auch Fenster auf älteren Schiffen stellen jedoch zuweilen eine Ausnahme dar. Der Ausdruck "Zweibettkabine" bedeutet stets, daß der entsprechende Raum mit zwei untenstehenden Betten oder einem Doppelbett ausgestattet ist, während der Ausdruck "Doppelkabine" sich auf einen Raum mit einem Etagenbett bezieht. In der angegebenen Grundfläche der Kabine ist stets das Badezimmer und ggf. der private Balkon enthalten, so daß der eigentliche Lebens- und Schlafbereich u.U. kleiner ist als vermutet. In aller Regel verfügt jede Kabine über ein Badezimmer mit Dusche, Waschbecken und WC - z.T. auch mit Badewanne. Je nach Reederei werden Haarshampoo, Duschbad, Seife etc. zur Verfügung gestellt. Handtücher sind stets in ausreichender Zahl vorhanden und werden je nach Veranstalter bis zu zweimal täglich gewechselt. Bettwäsche wird für gewöhnlich alle zwei Tage gewechselt. Auch Kabinen von identischer Größe und Ausstattung können zu sehr unterschiedlichen Preisen angeboten werden. Generell ist hier zu sagen, daß Kabinen von vorn und achtern nach mittschiffs hin und zudem von den unteren zu den oberen Decks hin teurer werden. Als Renner insbesondere auf dem US-amerikanischen Kreuzfahrtmarkt haben sich in den 1990er Jahren Außenkabinen mit Privatbalkonen entwickelt, auf denen die Passagiere ungestört ein Sonnenbad oder auch das morgendliche Frühstück genießen können. Die Größe der Kabinen auf Kreuzfahrtschiffen schwankt zwischen 4,8 Quadratmetern (Innenkabine auf der "St. Helena") und 281.5 Quadratmetern (Villa mit privatem Garten auf der "Norwegian Star"). (Zum Seitenanfang)


Was bedeutet der Ausdruck Garantie- oder Fortuna-Kabine?

Eine Menge Geld kann u.U. derjenige sparen, der eine Garantie- oder Fortuna-Kabine bucht. Für gewöhnlich sucht man sich bei der Buchung eine spezielle Kabine innerhalb der gewünschten Kategorie aus. Der Ausdruck Garantie-Kabine entstammt dem US-amerikanischen Kreuzfahrtmarkt. Man bucht eine bestimmte Kabinenkategorie, ohne jedoch eine spezielle Kabine zu bestimmen. Je nach Veranstalter erfährt man seine tatsächliche Kabinennummer aus den Reiseunterlagen, kurz vor Reiseantritt, oder erst beim Einschiffen. Wenn man hierbei noch einige Regeln beachtet, sind "Upgrades" recht wahrscheinlich. "Upgrade" bedeutet, daß man von der gebuchten Kategorie in eine entsprechend höhere Kategorie hochgestuft wird. Upgrades sind vor allem dann wahrscheinlich, wenn man erstens sehr frühzeitig und zweitens die jeweils niedrigste Innen- / Außenkategorie bucht. Dies sind nämlich die Kategorien, mit deren niedrigen Preisen der Veranstalter verständlicherweise wirbt. Sollten diese Kabinen, von denen es zumeist nur recht wenige an Bord gibt, ausgebucht sein, müßte der Veranstalter mit einer höheren Kategorie für seine Kreuzfahrt werben, auch auf die Gefahr hin, daß die Konkurrenz noch günstige Kabinen frei hat und so vermutlich kaum jemand sein anscheinend teureres Angebot wahrnehmen würde. Um dies zu verhindern, werden die Passagiere, die anfangs die günstigsten Kabinen gebucht hatten, langsam aber sicher (der Nachfrage entsprechend) immer höher gestuft, so daß die niedrigsten Kategorien möglichst lange verfügbar bleiben. Auf einer Kreuzfahrt im Jahre 1999 habe ich auf diese Weise ein "Upgrade" über fünf Kabinenkategorien bekommen - selbstverständlich, ohne auch nur einen Pfennig zuzuzahlen! Sehr selten kommt es sogar vor, daß jemand die kleinste Innenkabine gebucht hat und in einer außenliegenden Suite mit privatem Balkon endet.

Der Begriff Fortuna-Kabinen hingegen ist auf dem deutschen Kreuzfahrtmarkt recht bekannt. Er bedeutet schlichtweg, daß man eine Innen- bzw. Außenkabine bucht (jeweils zu einem Preis, der etwas geringer ist, als die jeweils günstigste Kategorie), jedoch seine genaue Kategorie bzw. Kabinennummer erst sehr spät erfährt. "Upgrades" über etliche Kategorien sind hier zwar weitestgehend ausgeschlossen, doch Geld sparen kann man noch immer - wenn auch nicht so viel.

Generell sollte man jedoch niemals eine Kabinenkategorie buchen, mit der man nicht zufrieden wäre, und sich darauf verlassen, daß man ein "Upgrade" bekommt! (Zum Seitenanfang)


Was, wenn ich an Bord krank werde?

An Bord eines jeden Seekreuzfahrtschiffs gibt es ein Bordhospital, in dem der Bordarzt kleinere Blessuren, Seekrankheit und Unwohlsein behandeln kann. Hierfür verlangt er ein Honorar (außer an Bord von Schiffen unter russischer Flagge). Sollte der Bordarzt der Ansicht sein, daß ein Patient aufgrund seines schlechten Gesundheitszustands nicht an Bord verbleiben kann, muß das Schiff entweder sofort einen geeigneten Hafen anlaufen, um den Patienten dort zu übergeben, oder der Patient muß auf offener See von einem Rettungshubschrauber übernommen werden. Es ist sinnvoll, vor Reiseantritt eine entsprechende Versicherung abzuschließen. (Zum Seitenanfang)


Sind Kreuzfahrtschiffe für Körperbehinderte geeignet?

Viele ältere Kreuzfahrtschiffe wurden in einer Zeit gebaut, in der man sich noch nicht all zu viele Gedanken über den Transport von körperlich Behinderten machte. Oftmals gibt es auf solchen Schiffen etwa unüberwindbare Hindernisse für Rollstuhlfahrer. Die meisten modernen Kreuzfahrtschiffe (und auch einige nachträglich umgerüstete ältere Schiffe) sind jedoch gut bis hervorragend für Rollstuhlfahrer geeignet. Ein besonderes Augenmerk sollte auch der gewünschten Fahrtroute gelten, da es auf den meisten Kreuzfahrtschiffen nicht möglich ist, Passagiere, die permanent auf einen Rollstuhl angewiesen sind, auszutendern. In diesem Fall sollte ein Schiff gewählt werden, das in möglichst vielen Häfen direkt anlegen kann. Gerade in der Karibik muß allerdings häufig ausgetendert werden. In diesem Fall ist die "Norway" der Norwegian Cruise Line besonders zu empfehlen. Das längste jemals gebaute Passagierschiff besitzt einen gewaltigen Tiefgang, der es ihm ermöglicht, nur im Hafen von Miami anzulegen. In allen anderen Häfen müssen die schiffseigenen Tender verwendet werden, die sich jedoch stark von den rettungsbootähnlichen Tendern aller anderen Kreuzfahrtschiffe unterscheiden. Die beiden während der Fahrt auf dem Vordeck gelagerten Barkassen "Little Norway I & II" für jeweils 400 Personen sind so groß wie manche kleine Fluß- oder Seefähre. Die Landungsbooten nicht unähnlichen "Little Norways" erlauben den Transport von Rollstuhlfahrern und können je nach Ziel am Hafenkai oder direkt am Strand anlanden. (Zum Seitenanfang)


Was hat es mit den Kleidervorschriften auf sich?

Daß man sich ohne Frack oder Designerkleid nicht an Bord eines Kreuzfahrtschiffs trauen sollte, ist ein ebenso falsches wie weitverbreitetes Vorurteil. Je nach Schiff kann der Kleidungsstil an Bord von durchgängig leger bis formell sein. Auf den meisten Schiffen ist es jedoch nicht erwünscht, daß sich Passagiere nur mit Schwimmsachen bekleidet in den Gesellschaftsräumen aufhalten. Des weiteren werden kurze Hosen beim Dinner als unangemessen angesehen. Einzige Ausnahme sind hier Kreuzfahrten nach Bermuda, auf denen die nach dem atlantischen Inselparadies benannten Bermuda Shorts gern gesehen werden. Auf Schiffen, die sich dem Clubschiff-Konzept verschrieben haben (z.B. die "Aida"-Schiffe oder während der Sommermonate die "Albatros") trägt man legere Kleidung. Auch auf nahezu allen anderen Schiffen trägt man tagsüber bequeme Alltagskleidung. Für den Abend unterscheidet man bei traditionellen Kreuzfahrtschiffen drei Kleiderempfehlungen, die jeweils dem aktuellen Tagesprogramm zu entnehmen sind: leger (casual), semi-formell (informal) und formell (formal). Diese Empfehlungen gelten nicht ausschließlich für das Dinner, sondern für den gesamten Abend nach 18 Uhr. Leger bedeutet, daß gepflegte Alltagskleidung (z.B. keine Blue Jeans) erwünscht ist. An semi-formellen Abenden tragen die Herrn ein Jackett, in der Regel Krawatte oder Fliege, und die Damen eine Kombination oder einen Hosenanzug. Smoking (bzw. dunkler Anzug) und Cocktailkleid o.ä. sind an formellen Abenden angesagt. Allerdings gibt es neben den Clubschiffen auch andere Schiffe, die die formellen und z.T. auch die semi-formellen Abende abgeschafft haben (z.B. die Megayachten "Sea Dream I & II" der Reederei Sea Dream Yacht Club). (Zum Seitenanfang)


Besteht die Bordunterhaltung tatsächlich nur aus Volksmusik und Folklore-Darbietungen?

Glücklicherweise ist die Bordunterhaltung auf den meisten Schiffen sehr vielseitig. Leider haben jedoch insbesondere einige deutsche Kreuzfahrtveranstalter noch nicht entdeckt, daß es neben Volksmusik und anderen folkloristischen Darbietungen auch noch andere Arten der Bordunterhaltung geben kann. Auf diesem Gebiet haben die Amerikaner eindeutig "die Nase vorn". Broadway-Musicals, international bekannte Kabaret- oder Gesangskünstler, Showkochen mit Sterneköchen, Karaoke, Sport etc. gehören auf US-amerikanischen Schiffen zum "guten Ton". Grundsätzlich sollten Sie sich unbedingt für die Reise auf einem Schiff entscheiden, dessen Bordunterhaltungsprogramm Ihren Interessen entgegenkommt. Auf US-amerikanischen Schiffen ist das Unterhaltungsprogramm zuweilen zu "amerikanisch" für europäische Verhältnisse, insbesondere in der Karibik. Vor allem, wenn man keine oder nur geringe Englischkenntnisse besitzt, kann es hier - trotz des prall gefüllten Tagesprogramms - langweilig werden. (Zum Seitenanfang)


Was hat es mit der seltsamen Trinkgeldpolitik so vieler Reedereien auf sich?

Diese Frage beschäftigte bereits Generationen von Kreuzfahrtpassagieren. Im Lexikon findet man in etwa folgende Definition des Wortes Trinkgeld: "freiwillige Vergütung als Anerkennung guter Bedienung." Das Trinkgeld (englisch "Gratuity" oder schlicht "Tip") ist allerdings im Laufe der Jahre zu einem machtvollen Mittel für die Kreuzfahrtreedereien der Welt geworden, die Ausgaben für Personal auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Ein Zimmersteward an Bord eines amerikanischen Kreuzfahrtschiffes verdienst u.U. nicht mehr als US$ 50-150 - im Monat! Zwar sind Kost und Logie frei, aber verdienen kann unser Zimmersteward natürlich in erster Linie an den Trinkgeldern. Und damit unzufriedene - und unbezahlte - Angestellte die Reedereien nicht in Scharen verlassen, wird dem Passagier bereits im Kreuzfahrtkatalog unmißverständlich klar gemacht, daß Trinkgelder erwartet werden. Die Reedereien sind oftmals gar "glücklich", Empfehlungen zur Höhe des Trinkgelds anzugeben. Diese Empfehlungen bewegen sich auf den meisten Schiffen in der Größenordnung von jeweils US$ 3-4 pro Tag und Passagier für den Restaurantober und den Zimmersteward, jeweils US$ 1,50-2 für den Busboy (den Assistenten des Restaurantobers) sowie (auf einigen Schiffen) den Maitre d'Hotel und ggf. US$ 5-6 für den persönlichen Butler. Wenn Sie an der Bar oder bei ihrem Weinsteward ein Getränk ordern, werden oftmals automatisch 15% als "Trinkgeld" zum entsprechenden Betrag addiert, das heißt, daß etwas der Weinsteward bei einer teuren Flasche Wein wesentlich mehr bekommt als bei einer preiswerten.

Die US-Reederei Holland America Line hingegen wirbt mit dem Slogan "Trinkgeld nicht erforderlich". Wenn man sich o.g. Definition nochmals vor Augen führt, stellt man allerdings schnell fest, daß Trinkgelder nirgendwo erforderlich, sondern stets freiwillig sind. Und auch auf den Schiffen der Holland America Line werden Trinkgelder sehr wohl erwartet!

Es gibt nur wenige Reedereien, die ihren (deutlich besser bezahlten) Angestellten das Annehmen von Trinkgeldern verbieten. Mehr und mehr Reedereien gehen heute jedoch einen anderen Weg: Entweder bieten sie bereits bei der Buchung der Kreuzfahrt an, die Trinkgelder im Voraus zu bezahlen, oder sie belasten das Kabinenkonto jedes Passagiers täglich mit US$ 10-15, "um ihm die Unannehmlichkeiten des Trinkgeldgebens zu ersparen."

Hierzu mein eindringlicher Rat: Lassen sie sich auf keine dieser beiden Varianten ein! Meiner Ansicht nach sollen Trinkgelder auch weiterhin eine Anerkennung für gute Bedienung darstellen, auch wenn man sich als Passagier natürlich angesichts der quasi umsonst hart arbeitenden Stewards und Ober in einer Art Zwickmühle befindet. Ich habe das "Trinkgeldproblem" für mich folgendermaßen gelöst: Als Grundlage für das Geben eines Trinkgelds nehme ich die industrieüblichen Beträge (s.o.) an. Trinkgelder in dieser Höhe gebe ich, wenn ich durchschnittlichen Service erfahren habe. War der Service besser, gebe ich mehr Trinkgeld, war er nicht gut, gibt es entsprechend weniger Geld. Bislang habe ich erst in einem Fall gar kein Trinkgeld (an einen sowieso gut verdienenden, aber überaus unfreundlichen, beinahe unverschämten, Maitre d'Hotel) gegeben, jedoch häufig weitaus mehr als den empfohlenen Betrag (bis hin zum doppelten Betrag). Ich kann mit dieser Lösung gut leben, da ich nicht bereit bin, jemanden für "gute Leistungen" zu belohnen, wenn sich die Person tatsächlich nicht die geringste Mühe gegeben hat, "da ich ja eh Trinkgeld bekomme." Welche Lösung für Sie die richtige ist, müssen sie im Laufe der Zeit selbst herausfinden. Jedoch sollte das leidige Thema Trinkgelder Sie nicht zu sehr verschrecken. (Zum Seitenanfang)


Copyright 2002 © Raoul Fiebig